In Gedenken an Marianne Schoiswohl
25.08.2009 | Topstory, Kultur, Soziales/Gesundheit
Marianne Schoiswohl ist tot.
Sie ist gestern, am 24. August 2009, nach schwerer Krankheit ruhig und friedlich im Beisein ihrer Kinder eingeschlafen.
Geboren 1956 in Wels, Besuch der Pädagogischen Akademie in Wien, unterrichtete sie als Volksschullehrerin in OÖ, Kärnten und Wien. 1979 kommen die Söhne Hannes und Thomas zur Welt, 1981 Stefan und 1986 Matthias. Schon bald ist sie künstlerisch aktiv, bildet sich in Malerei (Sommerakademie Millstatt, Freie Malerei und Akt) und Bühnenbild (Mozarteum in Salzburg).
1992 Übersiedlung nach Gmünd, Kärnten und leitete dort die Galerie Gmünd. Sie hält Kurse und Workshops für zeitgenössische Kunst und Aktzeichnen.
1998 Übersiedlung nach Wien, Workshopbetreuerin im Zoom-Kindermuseum; mit Ymo an der VS Czerningasse Projekt „Kunst in der Schule“.
2005 schied sie aus dem Schuldienst aus und lebt als freischaffende Autorin und bildende Künstlerin.
Zahlreiche Ausstellungen und Aktionen im In- und Ausland. Sie versucht ungewöhnliche Orte mit unkonventionellen Mitteln zu bespielen, Frauen und Körper, Sprache und Träume sind bestimmende Themen ihrer einfühlsamen Arbeiten. Die Abende mit ihr, mit ihren Bildern, Texten und ihren Performances waren einzigartig. Zum Beispiel die Veranstaltung „Kachelofen gesucht!“, Ausstellung, Lesung, Tanzperformance, in den Ausstellungsräumen von Mayer-Ofen in Wien; oder „Buche gesucht“ – Texte und Ausstellung im ehemaligen Kloster in Traunkirchen. 2009 stellte Marianne in Ahrensburg, Deutschland, aus. „Architektur in mir“ wurde bis Mai im Raum für Baukultur gezeigt. Noch im Mai war sie in der Galerie Vor Ort mit sa:ke mit dem Programm „Leselieder“ zu hören. Zuletzt, im Juni, lud Marianne Schoiswohl in ihr Atelier in der Althanstraße, Brigitte Lang präsentierte im Rahmen der Bezirksfestwochen Video und Objekte.
Zuletzt erschienen sind von Marianne Schoiswohl die Audio CD „Abschiede“, Musik Sa:ke –Bibliothek der Provinz (Weitra 2008) und „n/irgend/wo“ -„Edition ausart“ (Wien 2007). Zahlreiche Bücher sind in Kleinstauflagen im Eigenverlag erschienen.
Zu den Grünen Leopoldstadt fand Marianne Schoiswohl durch ein Projekt in der VS Czerningasse. Sie erarbeitete mit ihren Kindern ihre Wohnsituationen, in Bildern, Fotos und Texten und diese wurde auch in gebundener Form und in einer Ausstellung dokumentiert.
Für dieses Projekt wählten die Grünen BezirksrätInnen Marianne Schoiswohl 2002 zur ersten „Frau des Jahres“. Seit damals unterstützte uns Marianne insbesondere bei Frauen- und sozialen Themen, war in der Redaktion unserer Frauenzeitung – Grünspechtin, die jährlich zum Internationalen Frauentag am 8. März und zur Ehrung „Frau des Jahres“ erscheint. Marianne Schoiswohl kreierte 2008 für Angela Magenheimer die Figurine der „Leopoldine“ neu, die auch 2009 an die Frauen des Jahres 2009, die Frauen des Augartens – Monika Roesler-Schmidt und Raja Schwahn-Reichmann – vergeben wurde.
Nach der Veranstaltungsreihe „frauenbauen“, die sie mitinitiiert und gestaltet hat, wurde sie für den Verein „frauenbauen“ von Regina Lettner eine wichtige Mitstreiterin. Nicht zu vergessen viele Diskussionen und Veranstaltungen zu Kunst und Kultur, die ohne Marianne Schoiswohl nicht gewesen wären.
Marianne war mir eine liebe Freundin, intensive Küchengespräche bei Tee und Wein, rund um Frau, Kinder, Literatur, Kunst und Politik bleiben mir unvergessen. Wir Grünen Leopoldstadt trauern um Marianne Schoiswohl, unser Beileid und Mitgefühl ist bei ihren Söhnen.
Uschi Lichtenegger
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