Radweg-Farce in der Taborstraße
26.02.2009 | Topstory, Verkehr/Bezirksentwicklung, Volkertviertel, Alliiertenviertel
Als Folge des „Fahrrad-Sicherheitsgipfel“ im vergangenem November fand vor einiger Zeit eine Ortsverhandlung am Rad- und Gehweg in der Taborstraße statt. Das Ergebnis ist ernüchternd ausgefallen.

Taferln rücken ist
hier zu wenig

Das Ghostbike in der
Taborstraße erinnert an den Toten.
Eine Aktion der IG Fahrrad.
Wie berichtet gab es im letzten Oktober eine tragische Häufung von 3 toten RadfahrerInnen in der Leopoldstadt. Bezirksvorsteher Kubik rief daraufhin einen Bezirks-Fahrradsicherheitsgipfel ein. Wohl schon vorher stand für ihn offenbar fest, dass es keine baulichen Mängel beim Radweg in der Taborstraße gibt – so kommentierte er jedenfalls nachher diesen Unfall in seinen Artikeln. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf…
Der Fall des toten Pensionisten in der Taborstraße ist besonders tragisch, weil wir bereits im September 2002 einen Antrag gestellt mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit auf diesem Radweg zu erhöhen.
s. gruene.blog2.at/2008/10/28/die-schwarze-serie-geht-weiter/
Passiert ist seither nichts. Bei der folgenden Ortsverhandlung (sicherheitshalber 3 Monate nach dem Unfall, damit schon etwas Gras über die Sache gewachsen war), waren neben den üblichen Mitgliedern bei Ortsverhandlungen (Magistratsabteilungen, Wirtschaftskammer, SPÖ) auch die anderen Fraktionen im Bezirk dabei.
Als der Verhandlungsleiter fragte, ob es Verbesserungsvorschläge gibt, brachte ich unseren Vorschlag – der bei den diversen RadfahrerInnenorganisationen Zustimmung findet – ein, dass die Radverkehrsanlage runter vom Gehsteig muss und statt dessen zwei Radstreifen auf der Fahrbahn eingerichtet werden. Das hat den Vorteil, dass die FußgängerInnen nicht weiter zwangsweise von Radfahrer belästigt werden und die RadfahrerInnen besser von den Lkws gesehen werden.
Denn ein Fahrrad ist ein Fahrzeug und gehört deshalb im Normalfall auf die Fahrbahn!
Das wollte der Bezirksvorsteher aber nicht hören und er belehrte mich: „Machen’s Politik in der Verkehrskommission, aber nicht hier!" Ich: "Ich dachte hier geht es um Verbesserungsvorschläge für die konkrete Situation und dieser Vorschlag ist rein sachlich."
Unabhängig von diesem Geplänkel sind die Ergebnisse der Ortsverhandlung eher dürftig.
Eine Hinweistafel "Radweg" bei der Ausfahrt aus dem Nordwestbahnhof wird um ein paar Meter zur Stopptafel für ausfahrende Lkws versetzt (also direkt zur ÖBB-Ausfahrt hin). Alle weiteren Vorschläge werden geprüft und es wird eine weitere Ortsverhandlung stattfinden. Ob wir abermals dazu eingeladen werden, ist eher fraglich.
Nur noch ein kleines „Schmankerl“:
Die Vertreterin der FPÖ Leopoldstadt schlägt das Aufstellen von Stopptafeln für Radfahrer am Radweg vor der Ausfahrt vor.
Der nächste Schritt ist wohl ein Verbot des Radfahrens :-(((
Unsere Vorschläge lauten nun also konkret:
1) Aus Gründen der Verkehrssicherheit (es gibt Konflikte zwischen RadfahrerInnen und dem LKW-Verkehr auf das ÖBB-Gelände am Frachtenbahnhof Nordwestbahnhof, sowie zwischen RadfahrerInnen und FußgängerInnen) ist der Rad- und Gehweg in der Taborstraße aufzulösen.
2) Statt dessen sollen in der Taborstraße auf der Fahrbahn beidseitig Radstreifen (jeweils in Fahrtrichtung) errichtet werden. Wir fordern keinen Bau von richtigen Radwegen in der Taborstraße in diesem Abschnitt, weil wir das nicht für nötig erachten.
Als ersten Schritt fordern wir eine Machbarkeitsstudie der MA46 über diesen Lösungsvorschlag.
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