Uschi Lichtenegger
Themenbereiche:
Klubobfrau (Kultur, Frauen, BürgerInnenbeteiligung, Augarten, Nordbahnhof, Zusammenleben)
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VON JOHANN ARNEZHOFER ZU SELMA STEINMETZ - UMBENENNUNG EINER STRASSE IM STUWERVIERTEL
18.04.2007 | Stuwerviertel, Demokratie, Topstory
Im Stuwerviertel des 2. Wiener Bezirks durch einen Straßennamen verewigt ist Johann Arnezhofer, dessen Taten zwar geschichtlich belegt, aber wenigen bekannt sind. Arnezhofer, im 17. Jahrhundert Pfarrer und Kommissär ‚zur Ordnung der Israelitischen Angelegenheiten’, war ein antisemitischer Hassprediger und mitverantwortlich für die Deportation der Juden aus dem ‚Werd’ unter Leopold I. Am 20. April wird in einem Festakt diese Straße nach Selma Steinmetz umbenannt.
Programm:
Freitag, 20. April, 17.00 Uhr Eröffnung
Arnezhoferstrasse/Ecke Wolfgang-Schmälzl-Gasse
Eröffnung: Chor der ‚Gegenstimmen’ unter Leitung von Erke Duit
Begrüßung durch das Stuwerkomitee
Redebeiträge:
Tanja Boukal: Statement zur (künstlerischen) Intervention „Einweihung der temporären Verhüllung“
Timna Brauer (angefragt): Gedanken über Kultur(en)
Stuwer-Komitee: Thesenrap: öffentlicher Raum und Zivilcourage
Irma Schwager, Widerstandskämpferin in der „Travail Antiallemand“
Ramba Samba, Wiens Frauentrommelgruppe
Ein Fest(akt) auf der Straße: „Um die Zukunft zu erobern, müssen wir sie zuerst träumen“
„Eine andere Welt ist möglich.“ Die Neu-benennung der Arnezhoferstraße nach Selma Steinmetz als künstlerische Intervention wird am 20. April um 17.30 Uhr in einem Festakt mit dem Titel ‚Etablierung einer temporären Verhüllung’ mit dem Chor der ‚Gegenstimmen’ eröffnet werden, in der (ehemaligen) Arnezhoferstraße vor Ort als Kundgebung und (Protest)Aktion, als Straßen - Fest. Selma Steinmetz, geboren 1906, wurde als Widerstandskämpferin in der Travail Antiallemand in Südfrankreich im Juni 1944 von der Gestapo verhaftet. Sie überlebte und kehrte nach Wien zurück, wo sie in den folgenden Jahrzehnten wesentlich am Auf- und Ausbau des DÖW (Dokumentarchiv des österreichischen Widerstands) beteiligt war, ihr Engagement dort endete erst mit ihrem Tod im Jahr 1979.
Eine Aufforderung zur Umbenennung der Arnezhoferstrasse durch KünstlerInnen, die im Stuwerviertel arbeiten, gab es in den letzten Jahren bereits, diese wurde jedoch von Gerhard Kubik, dem Bezirksvorsteher, abgewiesen. Auch das Stuwerviertel hat sein ‚historisches Gedächtnis’.
Die Aktion der Umbenennung ist eine Protestform der KünstlerInnen und BewohnerInnen des Viertels, der Bevölkerung, in der nicht nur Widerstand geleistet wird gegen das Abzulehnende, ihr ist auch bereits die ‚Produktion von neuem’, eines kollektiven Gegenentwurfs ‚von unten’ eingeschrieben - kurzfristig wird hier real angesetzt, einen kleinen Teil dieser Welt gemeinsam zu verändern.
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