Neue WU ist zu weit von der U-Bahn entfernt
19.10.2007 | Topstory, Verkehr/Bezirksentwicklung, Handelskai, Prater, Bildung
Der geplante neue Standort für die Wirtschaftsuni im Prater hat eine schlechte Öffi-Anbindung. Wir wollen eine zusätzliche Straßenbahnlinie direkt vor die Tore der WU.
Nachdem die anfängliche Euphorie über den neuen WU-Standort im Prater verflogen ist, macht sich eine Ernüchterung über die mangelnde Öffi-Anbindung breit. Der aktuelle WU-Standort Spittelau ist mit öffentlichen Verkehrsmittel (2 U-Bahn-, 4 Straßenbahn- und 2 Buslinien: U4, U6, D, 5, 37, 38, 35A und 37A) viel besser erreichbar als der geplante neue Standort.
Zum neuen WU-Standort führen nur die U2 und der Bus 11A. Diese sind aber vom eigentlichen Unigelände ziemlich weit entfernt - bis zu einem Kilometer von der U-Bahn-Station zu den Instituten. Die StudentInnen werden dadurch vermehrt mit dem Auto zu den Vorlesungen kommen. Das gilt es zu verhindern. Öffentliche Verkehrsmittel müssen so attraktiv wie möglich gemacht werden, sonst werden sie nicht benutzt. Dazu gehört auch ein möglichst kurzer Weg von den Öffi-Stationen zur Uni.
Verlängerung der Linie N
Durch die Entscheidung für den neuen WU-Standort muss auch die geplante Einstellung des 21ers überdacht werden. Schließlich bedeuten 20.000 WU-StudentInnen ein gewaltiges neues Fahrgastpotential für den 21er. Man könnte den 21er im Bereich Messe ja auch zum WU-Haupteingang umlegen. Jedenfalls dürfen die Schienen des 21ers keinesfalls wie geplant nach der Fußball EM 2008 herausgerissen werden, solange nicht klar ist, wie die Verbesserung der ÖV-Anbindung der neuen WU erfolgen wird.
Weiters hat der neue Unistandort auch keine brauchbare Verbindung zur U3. Dies könnte durch eine Verlängerung der Straßenbahnlinie N von der derzeitigen Endstelle bei der Hauptallee bis zur U2-Station Krieau mit einer Haltestelle direkt vor der WU erreicht werden. Dazu müsste entweder die Straßenbahnlinie O über die N-Strecke geführt werden oder ein Gleisneubau durch die Rasumofskygasse zur U3-Station Rochusgasse ("Straßenbahnlinie WU") errichtet werden.
Egal welche Variante gewählt wird, es ist wichtig, die öffentliche Verkehrsanbindung gerade im Nahbereich der Uni (Linien N und 21) zu verbessern, da sich hier erfahrungsgemäß viele der 20.000 WU-StudentInnen ansiedeln werden. Ein weiterer Vorteil der Straßenbahn ist die Möglichkeit, östlich der WU über die bestehenden Gleise des 21ers bis zur jetzigen Endstation am Praterkai zu fahren. Dies ermöglicht eine direkte Anbindung der Schnellbahnlinie S80, eine bessere öffentliche Anbindung des Pensionistenhauses Prater, des EKZ Stadioncenter und der Wohnbevölkerung entlang des Handelskais stromabwärts der WU.
Mit dem Rad zur Uni
Für die umweltfreundliche Anreise der StudentInnen ist auch der Ausbau der Radinfrastruktur besonders sinnvoll. Bei den U3-Stationen Rochusgasse und Kardinal Nagl-Platz soll es so wie beim WU-Gelände großzügig dimensionierte Citybike-Terminals geben. Diese Anreiseform ist ideal, weil der Weg fast eben und verkehrsarm durch den Grünen Prater führt. Auch am Unicampus selber sind weite Distanzen zurückzulegen. Für deren Bewältigung wurde bereits die Errichtung von Rollbändern diskutiert. Sinnvoller ist es auch hier, ein Uni-eigenes Radverleihsystem zu installieren, das unkomplizierter und ressourcenschonender funktioniert.
Unsere Forderungen kurz zusammengefaßt
· Verlängerung des jetzigen N zur U2-Station Krieau
· Zusätzlich/Alternativ: Umlegung der Straßenbahnlinie O oder Neubau der Straßenbahn WU durch die Rasumofskygasse zur U3 Station Rochusgasse
· City-Bike-Terminals, eigenes Radverleihsystem am Campus
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