Schöne Ferien ohne Sitzenbleiben!
29.06.2007 | Topstory, Bildung
Das Schuljahr ging in Wien heute zu Ende. Für viele Kinder kommt der große Nachhilfesommer; sie müssen im Herbst eine Wiederholungsprüfung absolvieren. Wozu das Ganze?
Die Fakten sehen traurig aus: rund acht Prozent der Wiener AHS- und BMHS – SchülerInnen haben einen Fleck, neun Prozent zwei und mehr. Das sind 8500 AHS–SchülerInnen mit einem oder mehreren Fleck. Klassische "5er" Fächer sind Mathematik und die erste lebende Fremdsprache. Im Herbst wird um den Aufstieg gezittert.
Ziffernnoten sind einfach nicht objektiv
Was bedeutet dennn ein Fünfer in Wirklichkeit? Kann das Kind echt zuwenig? Oder ist da etwas anderes faul? Wir sagen: Ein und dieselbe Leistung wird von verschiedenen LehrerInnen unterschiedlich beurteilt. Die Noten sagen lediglich was darüber aus, wie gut die SchülerInnen innerhalb der Klasse zueinander stehen. Das Resultat: sie lernen wegen der Note, nicht weil’s Spaß macht. Und stehen dadurch gegeneinander in Konkurrenz. Die Freude am Lernen geht verloren, Angst vor dem Sitzenbleiben regiert die Schulen.
Aufsteigen und motiviert werden
Es gibt genug Alternativen: die verbale Beurteilung, die Auflistung erreichter Ziele (Pensenbücher, Lern- und Entwicklungsberichte u. ä.) sowie die Direkte Leistungsvorlage (Portfolios). Alle drei Alternativen sind besser als die Ziffernnote. Wer das Lernziel nicht erreicht, soll nicht die ganze Klasse wiederholen, sondern die fehlenden Kenntnisse im darauffolgenden Jahr nachholen und nachweisen. Ohne die Klasse verlassen zu müssen.
Wir machten heute mit einer Medienaktion vor einer AHS auf das falsche System aufmerksam und schenken T-Shirts her mit dem Motto „nie wieder sitzen bleiben!“. Hoffentlich bald Realität in Wien...
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