Schildbürgerstreich 82A
07.01.2009 | Topstory, Verkehr/Bezirksentwicklung, Handelskai, Nordbahnhof, Stuwerviertel
Heute am 7. Jänner 2009 erblickte der Linienbus 82A das Licht der Welt. Er ist ein Wunschkind von SP-Bezirksvorsteher Kubik, der ihn ehrfurchtsvoll „Mega-21er“ nennt.
In Wahrheit ist sein Scheitern bereits vorprogrammiert. Die Gründe, die gegen den 82A sprechen habe ich ja bereits in meinem Text vom September 2008 (Link s. unten) dargelegt. Ein Nachteil des 82A muss aber noch nachgetragen werden. Seit heute fährt nicht einmal jeder zweite 11A bis zum Einkaufszentren beim Stadion, sie enden alle bei der U2-Station Krieau. Ein weiterer Umsteigezwang, über den sich die BewohnerInnen am Handelskai und im Stuwerviertel beim Herrn Bezirksvorsteher bedanken können.
Doch kommen wir nun zu der Frage, die ich in den letzten Wochen in Bezug auf den 82A im Stuwerviertel am öftesten gehört habe: „Wozu ist dieser Bus eigentlich gut?“
Okay, einige wenige Fahrgäste werden davon schon profitieren, aber um welchen Preis? Der Hauptzweck des 82A war es ja eigentlich, der Sargnagel für die Straßenbahnlinie 21 gewesen zu sein.
Anfang Juni hatte Bezirksvorsteher Kubik wegen des Drucks von Opposition und Bevölkerung einer Volksbefragung über die Zukunft des 21ers zugestimmt. Nach einer heftigen Kopfwäsche im Rathaus - Kubik hatte seine Zusage ohne Rücksprache mit der zuständigen Stadträtin erteilt - suchte er verzweifelt nach einer Möglichkeit, aus dieser Volksbefragung wieder rauszukommen. Schließlich erfand er den 82A, zog die ÖVP über den Tisch und erklärte den 21er endgültig für tot (Link s. unten).
Inzwischen haben sich 3 BürgerInneninitiativen im Stuwerviertel gegründet, die den 82A ebenfalls ablehnen und bereits Unterschriften für seine Einstellung sammeln. Die Unterschriftenliste können Sie am Ende der Seite runterladen.
Die Übergangslösung 82T hatte im Schnitt 14 Fahrgäste/Tag (!). Angeblich sprachen betriebswirtschaftliche Gründe für die Einstellung des 21ers – warum gelten diese Gründe nicht für den 82A? Es wird jedenfalls noch spannend. Man muss kein Prophet sein um vorherzusagen, dass der 82A ein großes Verlustgeschäft für die Wiener Linien wird. Werden es sich die Wiener Linien aber trauen, den 82A wegen erwiesener Unsinnigkeit nach einigen Monaten einzustellen oder wird Bezirksvorsteher Kubik dies verhindern, um sein Gesicht nicht zu verlieren?
Dateien:
82A-Plan-0109k.pdf
82A-U-List-v.3-120908.pdf
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