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Ulrike Böhmdorfer

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Leopoldstädter Politikgeschehen im Alltag und warum Ute Bock so wichtig ist!

10.04.2007 | Demokratie, Frauen, Topstory

Halbnackte Mädchen auf protzigen Autos: so beging die Leopoldstädter SPÖ auf ihrer Homepage den 8. März - den internationalen Frauentag. Die FPÖ hat sich an diesem Tag nicht blicken und hören lassen – gut so! Dafür hat sie schändlich nachgelegt…


In der Bezirksvertretungssitzung vom 27. März hat die FPÖ eine umfassende Anfrage zur Großen Sperlgasse 4 gestellt. Wegen "außergewöhnlich starker Menschenansammlung" vor diesem Haus. Einige Wohnungen in diesem Haus werden zur Zeit von Ute Bock für ihren Verein "Flüchtlingsprojekt Ute Bock" genutzt. Abgezielt hat die Anfrage der Blauen auf eine Kündigung des Mietvertrags, den Ute Bock auf Zeit dort hat. Wie viele Menschen denn dort gemeldet wären, und ob der Mindestwohnraum wohl gewährleistet wäre. Und gleich - ohne die Antwort abzuwarten – was die Bezirksvertretung gegen diesen "Überbelag" (sic!) zu tun gedenke. Nein, es gibt keinen Überbelag in der Großen Sperlgasse 4. Rührend, wie sich Herr Biebl (FPÖ – Leopoldstadt) um das Wohl unserer Mitmenschen kümmert.

Was hat Ute Bock und der blaue Fremdenhass mit dem Frauentag zu tun? Die Grünen Frauen Leopoldstadt haben am 8. März Ute Bock zur Frau des Jahres 2007 gewählt. Dieser Bezirk kann stolz darauf sein, dass diese Frau mit ihrem unermüdlichen Einsatz eine Möglichkeit gefunden hat, ihre Arbeit fortzusetzen. Und sie hat alle Hände voll zu tun. Die österreichische Asylpolitik versagt auf der ganzen Linie. In Wien werden Menschen von Polizisten in den Tod getrieben. Sie werden in leer stehenden Lagerhallen von Polizeiautos angefahren. Asylwerber werden halb Tod nach einem Hungerstreik auf die Straße gestellt und sich selbst überlassen. Die Politik schaut nicht nur zu, sondern verantwortet dieses Geschehen. In diesem zur Realität gewordenen Albtraum hilft Ute Bock den Betroffenen so gut sie kann. Sie behandelt diese Menschen wie Menschen. Das ist das mindeste, was hier zu tun wäre, und trotzdem geschieht es in unserer Gesellschaft nur vereinzelt.

Im Rahmen der Ehrung vom 8. März kamen an die 200 Menschen in den Nestroyhof um diese zarte, zähe Frau zu ehren. Und was machen die Blauen? "ungewöhnlich große Menschenansammlungen vor der Großen Sperlgasse 4"? Herr Bibl, gehen Sie nur ein paar Schritte weiter ans Ende der Krummbaumgasse: da sehe ich jeden Morgen und besonders am Samstag "große Menschenansammlungen". Der Karmelitermarkt ist ein Treffpunkt für Menschen, die sich dort treffen, plaudern, lachen und sich austauschen. Ich warte auf eine diesbezügliche Anfrage von Ihnen in der Bezirksvertretungssitzung.

Übrigens, liebe LeopoldstädterInnen, wussten Sie, dass die ÖVP die Bezirksvertretungssitzung dazu benutzt, sich über die weibliche Form in der deutschen Sprache lustig zu machen? Es muss wohl unheimlich erheiternd sein, wenn die Grünen das große Binnen-I verwenden.

Die Grünen Frauen Leopoldstadt sollten eigentlich den 8. eines jeden Monats zum Frauentag ausrufen. Frauen gäbe es genug zu ehren ... in der Zwischenzeit werden wir nicht ruhen, um die anderen Parteien in ihrer Menschenverachtung zu verhindern. Es gibt 52% Frauen in Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, sie alle wollen eine politische Vertretung, die sie ernst nimmt.

 






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