Feinstaub macht krank
11.03.2008 | Topstory, Soziales/Gesundheit, Verkehr/Bezirksentwicklung, Umwelt, Karmeliterviertel
Wir haben heute am Karmeliterplatz mit Aktionismus auf die immer noch zu hohen Feinstaubwerte in der Luft hingewiesen. Sie sind ein ernsthaftes Gesundheitsproblem für alle.
Erst im vergangenen Dezember wurde eine Untersuchung der Uni Wien über die Zusammenhänge von durch Luftverschmutzung und dadurch verursachten Herz-Lungen-Erkrankungen in Wien publiziert. (Neuberger M. et al.). Die Arbeit weist den Zusammenhang von erhöhten Mortalitätsraten mit erhöhten Feinstaub- und Stickstoffdioxid (NO2)-Konzentrationen in der Luft in Wien nach.
Weiters wird durch die Arbeit gezeigt, dass der Kfz-Verkehr der Hauptverursacher der betreffenden Luftschadstoffe ist. An der Feinstaubbelastung sterben in Wien wesentlich mehr Menschen als bei Verkehrsunfällen.
Die Daten der Luftmessstelle Taborstraße beweisen: Seit Jänner 2006 sind die BezirksbewohnerInnen an jedem vierten Tag überhöhten Feinstaub-Grenzwerten ausgesetzt. Es gibt in Wien keinen Bezirk, in dem in den letzten Jahren so viele Großbaustellen betrieben wurden: Messeareal, Einkaufszentrum -Stadion, Viertel 2, Praterumgestaltung, Uniquagebäude, U-Bahn-Ausbau, Praterstern, Hafenausbau und Donauprojekt. Gleichzeitig ist die Leopoldstadt als Transitbezirk einer überdurchschnittlich hohen Verkehrsbelastung ausgesetzt.
Wir verlangen daher, dass die Stadt Wien und der Bezirksvorsteher endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Feinstaub setzen und die Grenzwerte für den Gesundheitsschutz eingehalten werden.
Wir fordern Maßnahmen gegen den ausufernden Verkehr im Bezirk und die feinstaubarme Abwicklung aller Großbaustellen im Bezirk. Die geplante Einstellung des 21ers, der zentralen Straßenbahnlinie der Leopoldstadt im Mai, geht genau in die falsche Richtung.
Bei der Aktion legten sich AktivistInnen der Grünen Leopoldstadt in Spitalsbetten vor der Kirche, um das Gesundheitsproblem von Feinstaub zu veranschaulichen. Es wurde Infomaterial an die Passanten verteilt und Rüdiger Maresch, Umweltsprecher der Grünen Wien und Adi Hasch, Bezirksvorsteher-Stellvertreter der Leopoldstadt standen für Auskünfte bereit.
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