Passivhausstandard beim Schulbau Nordbahnhof
22.03.2006 | Anträge, Nordbahnhof, Umwelt
Sitzung der Bezirksvertretung Leopoldstadt am 21.03.2006
Der zuständige Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, DI Rudolf Schicker, wird ersucht, dafür zu sorgen, dass die Ausschreibung für den Wettbewerb für die Errichtung der Schulgebäude am Rudolf-Bednar Park den Passivhausstandard als Voraussetzung für die Wettbewerbsteilnahme emfpiehlt.
Begründung
Angesichts des Klimawandels ist es unerlässlich, auch bei Bautätigkeiten die Kyotoziele nicht aus den Augen zu verlieren, da durch ökologische Bauweisen viel Umweltbelastung vermieden werden kann. Eine ideale Methode zur Eindämmung des Energieverbrauchs ist das Passivhaus.
Denn Passivhäuser sind sehr gut gedämmte Gebäude, die durch Wärmerückgewinnung und Erdwärmenutzung (bei Neubauten kein Mehraufwand!) sehr energie-effizient sind und weniger als 15 kWh/m2.a Energie benötigen. Damit verbrauchen sie nur 1/10 der Energie von vergleichbaren Standardgebäuden. Passivhäuser werden seit Jahren errichtet. In Österreich gibt es bereits mehr als 1000 solcher Gebäude. Die Errichtungskosten liegen bei Passivhäuser um etwa 5% höher gegenüber eines Standardgebäudes, aufgrund der geringeren Betriebskosten (Energiekosten) haben sich diese Mehrkosten aber innerhalb weniger Jahre amortisiert. Die Wohnqualität ist bei Passivhäusern durch das angenehme Raumklima und die Komfortlüftung deutlich höher. Auch wird die Feinstaubproblematik durch die Filter bei der Frischluftzufuhr entschärft.
Raumklima und Komfortlüftung leisten neben einem verringertem Energieaufwand auch einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit:
Für die in Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten und Schulen untergebrachten Kinder und Jugendliche gibt es keine gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Luftqualität. Auch für Arbeitsplätze in Schulen existieren derzeit keine expliziten gesetzlichen Grenzwerte für Schadstoffe. Studien zeigen, dass Luftschadstoffe in Kindergärten und Schulen durch nicht ausreichende Belüftung angereichert werden. Dadurch entsteht eine vielfach höhere Belastung als im Außenbereich.
Die langfristige Sicherung einer hohen Innenraumqualität in Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergärten und Schulen muss bei der Planung, Errichtung, Ausstattung und Einrichtung bei Neubauten ansetzen. Daher ist diesem Bereich ein besonderes Augenmerk zu schenken. (aus der Empfehlung des Landes Oberösterreichs, Juli 2003)
Die Stadt Wien hat sich bereits deutlich für die verstärkte Anwendung von Passivhausstandards in Wien ausgesprochen. Durch die Einhaltung des Passivhausstandards wird sichergestellt, dass die Energiekosten die aus dem Bezirksbudget getragen werden müssen, in Zukunft nicht noch weiter drastisch ansteigen werden.. In Anbetracht der in den letzten Monaten anschaulich gewordenen Versorgungsabhängigkeit bei Erdöl und Erdgas ist es besonders bedeutend, bei Neubauvorhaben zukunftsfähige Energie-Effizienzstandards zu erfüllen. Diese wichtigen Zielsetzungen müssen natürlich in die Wettbewerbskriterien als Voraussetzung für die Teilnahme einfließen.
Einstimmig angenommen.
Zurück zu: Nordbahnhof





