Michael Galhaup
Themenbereiche:
Umwelt, Bezirksentwicklung,Erneuerbare Energie, Kinder
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Grüner Prater schon wieder gefährdet
13.10.2006 | Topstory, Umwelt, Prater, Verkehr/Bezirksentwicklung
Durch die Ignoranz von SPÖVP und FPÖ wird eine ökologisch wertvolle Fläche gegen die ausdrückliche Empfehlung der Umweltschutzabteilung zur „Entwicklung“ freigegeben.
Dieser Tage wurde der neue Flächenwidmungsplan 7774 für die Freudenau in der Bezirksvertretung gegen die Stimmen der Grünen beschlossen. Der Grund für die Ablehnung: Entgegen der Fachmeinungen der Umweltschutzabteilung und des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung wurden zwei Gebiete umgewidmet:
Die erste Fläche betrifft das Gebiet zwischen Donaukanal und Autobahntrasse A4. Das Gebiet wird derzeit für gärtnerische Zwecke und für die Pferdehaltung in Koppeln genutzt. Doch nach dem Motto von SPÖVP und FPÖ „Grünland ist ungenutztes Bauland“ wurde die Erholungsfläche zur weiteren „Entwicklung“ in ein Sondergebiet umgewidmet. Fazit: Virtuelle Investoren sind anscheinend wichtiger als Artenschutz. Wird mit dicken Geldbündeln gewunken, bekommt die SPÖ weiche Knie, die anderen sowieso ...
Ein Auszug aus der Stellungnahme der MA22-Umweltschutz:
„Um das naturschutzfachliche Potential (...) zu erhalten und die geplante Umsetzungen des Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramms Netzwerk Natur entlang des Donaukanals zu ermöglichen, ist eine Erhaltung der bestehenden Flächennutzung und Widmung von Bedeutung. ... Die MA22 ersucht die Bezirksvertretung Leopoldstadt, sich im Zuge der öffentlichen Auflage des Plandokuments mit der Nummer 7774 für eine Beibehaltung der bestehenden Widmung einzusetzen.“
Die zweite Fläche betrifft die Umwidmung einer Kleingartenanlage in „Ganzjähriges Wohnen“. Hier liegt eine negative Stellungnahme des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung vor. Für SPÖVP & FPÖ völlig egal: Wählerstimmen sind wichtiger als der Schutz des Grünen Praters ...
Ein Auszug aus der Stellungnahme des Fachbeirates für Stadtplanung und Stadtgestaltung:
„Der Widmung Eklw kann vom Fachbeirat aus Gründen der Stadtstruktur, der Umweltsituation sowie im Hinblick auf die isolierte Lage im Landschaftsraum Prater nicht zugestimmt werden. Es wird empfohlen, die Gebäudehöhen und die Bebauungsdichte im Bereich der Schutzzone bestandsgemäß zu widmen.“
Die Grünen komen zum Schluss: Der Grünraum in der Leopoldstadt, aber auch in ganz Wien, ist stets in Gefahr. Es werden von den Verantwortlichen immer Gründe gefunden werden um Grünraum zu zerstören. Bis keiner mehr übrig ist ...
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