Shame on SPÖ! Sie hat gestern den 21er begraben
12.03.2008 | Topstory, Verkehr/Bezirksentwicklung, Karmeliterviertel, Handelskai, Rotensternviertel, Volkertviertel, Stuwerviertel
Die SPÖ hat gestern im Bezirksparlament das Ende der Linie 21 beschlossen - ohne mit der Wimper zu zucken. Wehren Sie sich gegen diese Fehlentscheidung!
Es war einmal eine Zeit, als das rote Wien stolz auf sein dichtes Straßenbahnnetz war. Nun sind wir soweit, dass die Grünen das Erbe des roten Wiens gegen die SPÖ verteidigen müssen. Sämtliche BezirksrätInnen der SPÖ haben gestern im Bezirksparlament dem Antrag der MA64 auf Einstellung der Straßenbahnlinie 21 ab 10. Mai 2008 zugestimmt. Es ist für uns unverständlich, warum die SPÖ die Stimmung in der Leopoldstädter Bevölkerung, die gegen die 21er-Einstellung ist, einfach ignoriert.
Die U2 wird unbestrittene Vorteile bringen. Doch die Einstellung des 21ers ist eindeutig eine Verschlechterung im Öffentlichen Verkehrsnetz der Leopoldstadt: die U2 kann viele Funktionen des 21ers nicht übernehmen. Die U-Bahn ist vor allem für den schnellen Transfer über weite Strecken interessant, für den Weg zur Schule oder zum Arzt innerhalb des zweiten Bezirks brauchen die Menschen weiterhin den 21er.
Nachteile für die SchülerInnen
Für Kinder, die jetzt vom Volkertviertel ins Schulzentrum Kl. Sperlgasse fahren müssen, wird es mühsam. Ein Bus soll morgens umständlich quer durch den Bezirk kurven und sie aufsammeln. Am Nachmittag heißt es aber umsteigen, umsteigen, umsteigen, denn dann fährt der Bus nicht.
Nachteile für den Praterkai
Als Ersatz für den 21er sind zwischen Ostbahnbrücke und vorläufiger U2-Endstation beim Stadion die Busse 80B und 77A vorgesehen. Zwei Busse für eine Straßenbahn klingt nicht schlecht, aber der Teufel liegt im Detail. Während der 21er untertags ein Intervall von 6-8 Minuten hat, hat der aus Simmering kommende 80B ein Intervall von 15 - 60 (!) Minuten. Der vom Lusthaus kommende 77A hat ein Intervall von 20 -30 Minuten. Der letzte 21er fährt vom Praterkai um 0:09 ab, der letzte 80B um 20:11 und der letzte 77A ca. um 23:10.
Neben längeren Wartezeiten und kürzeren Betriebszeiten gibt es durch diese „Alternative“ auch keine direkte Verbindung zu Ärzten und anderen Zielen im Stuwerviertel mehr. Nachdem es in der Ausstellungsstraße statt derzeit 4 Straßenbahnstationen auch nur mehr eine U-Bahnstation (Messe) geben wird, bedingt dies wesentlich weitere Fußwege. Gerade für gesundheitlich angeschlagene und ältere Personen stellt dies eine starke Einschränkung der persönlichen Mobilität dar.
Wehren Sie sich!
Die Wiener Linien und die SPÖ Leopoldstadt haben das Begräbnis des 21ers zwar formell beschlossen, aber noch lebt der Patient. Es gibt in Österreich einige Beispiele, in denen engagierte BürgerInnen beschlossene, aber unsinnige Vorhaben gekippt haben, angefangen von Zwentendorf über Hainburg bis zum Bacherpark.
Nehmen Sie Ihre eigenen Interessen selbst in die Hand und machen Sie den EntscheidungsträgerInnen Druck:
- SP-Bezirksvorsteher Kubik (Tel. 4000-02111, post@bv02.wien.gv.at)
- SP-Finanzstadträtin Brauner (Tel. 4000-81201, renate.brauner@gfw.wien.gv.at)
Noch fährt der 21er. Noch sind die Schienen in Wehlistraße und Ausstellungsstraße nicht herausgerissen. Noch ist es nicht zu spät. Wir werden auch nicht locker lassen!
Zurück zu: Handelskai






