Adi Hasch
Themenbereiche:
Bezirksentwicklung, Grüner und Wurstelprater, Nordbahnhof, Schulen
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Wiener Wurstelprater statt Disneyland
Der Wiener Prater verkommt zum Disneyland, der Wiener Charme ist weitgehend verlorengegangen. Wir präsentieren Ideen, wie er seinem ursprünglichen Charakter gemäß genutzt werden kann.
Die Vorgeschichte
Von 2003 bis 2006 arbeitete der französische Themenpark-Entwickler Mongon – Imageinvest im Auftrag der Vizebürgermeisterin Grete Laska an einem Masterplan für den Wurstelprater. Der Auftrag über 1.500.000 Euro wurde für drei Jahre vergeben, in dieser Zeit sollte auch die Realisierung umgesetzt werden. Eines der Ergebnisse des vom Kontrollamt scharf kritiserten Masterplans war die Erkenntnis, dass : "Eine Renaissance des Praters, nostalgisch- wienerisch mit Reminiszenzen an die Historie des Praters erwünscht ist". Seit 2007 wird um 32 Millionen Euro der Riesenradplatz mit 4 Gebäuden und 16.000 Quadratmeter Nutzflächen neu gestaltet. Ohne Wettbewerbsverfahren wurde die Firma Explore 5D engagiert. Wir haben bezüglich des Vergabeverfahrens und des Verdachts der Missachtung der Wiener Bauordnung im Dezember 2007 ein Prüfersuchen an das Kontrollamt gerichtet. Das Kontrollamt prüft derzeit.
"Die Gebäude vor dem Riesenrad erinnern an Disneyland oder andere Freizeitparks weltweit- der Wiener Charme ist jedenfalls verlorengegangen“ so die Grüne Planungssprecherin Sabine Gretner beim Lokalaugenschein. „Wir wollen Kultur und Genuss statt billigen Kitsch und Kommerz im Wiener Wurstelprater. Es gibt zahlreiche historische Schaustücke die derzeit im Depot des Pratermuseums verstauben. Wir wollen mehr Platz für das Pratermuseum im Wurstelprater."
Grüne Ideen für den Prater
- Mehr Platz für das Pratermuseum
Das Wiener Pratermuseum zeigt anhand von originellen historischen Schaustücken die Geschichte des Wurstelpraters. Derzeit liegen viel Schaustücke im Depot im 15. Bezirk, weil der Ausstellungsraum zu klein ist. Bei einem Masterplan für den „Prater Neu“ der die „nostalgisch wienerische Seite“ zum Thema hat, sollte das Museum einen äußerst attraktiven Standort mit deutlich mehr Raum erhalten. - Kooperation mit Filmarchiv ausdehnen
1896 wurden in Wien die ersten Filme im Prater gezeigt. Daraufhin bahnte sich das Kino den Weg in die Praterwelt. Aus einfachen Schaubuden entwickelten sich Filmpaläste in einer Dichte und Größe wie nirgends sonst in der Stadt. Mit der großen Prater-zerstörung 1945 verschwand der wohl faszinierendste Kinoschauplatz. Seit 2005 findet das Prater Filmfestival auf der Kaiserwiese statt.- Das Prater Film Festival soll ein fixer Bestandteil des Praters werden. Die Realisierung einer zeitlichen Ausdehnung bzw. eines Kinosaales für Schlechtwettervorstellungen während des Festivals sollen geprüft werden.
- Zusätzlich sollen über das ganze Jahr in „Filmstationen“ an Originaldrehplätzen und ehemaligen Kinostandorten Ausschnitte der bekanntesten Praterfilme („Der Dritte Mann“, „Pratermizzi“, „Prater“, etc,...) gezeigt werden. So wird der Prater auch für filmbegeisterte Besucherinnen im Erwachsenenalter wieder interessanter.
- Kulinarisches Angebot verbessern
Derzeit ist das gastromische Angebot sehr einseitig und kein wirklicher Publikums-magnet, obwohl man im Wurstelprater sehr angenehm im Freien sitzen kann. Wir schlagen vor, ein vielfältigeres kulinarisches Angebot zu schaffen. Pachtverträge und neue Betriebe sollen immer öffentlich ausgeschrieben werden. Transparente Vergabe anhand von nachvollziehbaren Qualitätskriterien sollen langfristig das Angebot so verbessern, dass BesucherInnen auch wegen der gastronomischen Einrichtungen den Wurstelprater besuchen. Die Belebung in den Abendstunden würde auch das Ambiente für Familien verbessern. - Kein Quadratcentimeter für weitere Casino- und Glückspielflächen
- Professionelle Grün und Freiraumgestaltung statt massiver Neubauten
Die Verzahnung des Grünen Praters mit dem Wurstelprater hat immer zum besonderen Flair beigetragen. Durch die Neubauten im Eingangsbereich ist diese Charakter stark verändert. „Die hohen Kosten für das Riesenradplatzcenter wären besser in die Freiraumgestaltung des Platzes vor dem Riesenrad geflossen. Umso mehr ist eine qualitativ hochwertige Gestaltung des Freiraums im gesamten Wurstelprater notwendig. Laska soll zumindest einen ordentlich ausgeschriebenen Wettbewerb für PlanerInnen ausloben, um die Frei- und Grünflächen des Wurstelpraters wieder besonders zur Geltung zu bringen.
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