Platzhalter

Uschi Lichtenegger

Uschi Lichtenegger
Themenbereiche:
Klubobfrau (Kultur, Frauen, BürgerInnenbeteiligung, Augarten, Nordbahnhof, Zusammenleben)

> Email

> zum Profil

Die Leopoldstadt und Frauen

03.03.2006 | Frauen

Mehr als die Hälfte der LeopoldstädterInnen sind Frauen. 40% der Bevölkerung hat nur einen Pflichtschulabschluß, BewohnerInnen mit Universitätsabschluss sind gegenüber anderen Bezirken sehr rar gesät, wie das Statistische Jahrbuch der Stadt Wien verrät. 2001 standen nicht einmal die Hälfte der BewohnerInnen in Voll- oder Teilzeitbeschäftigung, jeweils große Gruppen im Handel und Gewerbe. TageseinpendlerInnen benützten zu 44 % Autos, hingegen die AuspendlerInnen nur zu 37 %. Es sind mehr 2.300 Mütter AlleinerzieherInnen, hingegen nur 370 Väter.


Die Luftqualität ist nicht besonders, zumeist sind Höchstwerte in den Tabellen zu sehen, wie bei Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, bei Gesamtschwebestaub ist die Meßstelle Taborstraße Spitzenreiter, die Feinstaubwerte sind gar nicht angeführt. Als Lärmquellen sind fast zur Hälfte die Kfz genannt, 2003 erreichen Lkw und Busse 20 %. Das Landschaftsschutzgebiet Prater macht ein Viertel der Bezirksfläche aus und beträgt 498 Hektar. Durch den Prater führt die Südosttangente mit mehr als 70.000 Fahrzeugen pro 24 Stunden – wobei es unter der Woche über 90.000 sind, auch über die Schüttelstraße fahren über 32.000 Kfz, im Vergleich sind es am Margaretengürtel "nur" rund 25.000.

In der Leopoldstadt gab es 2001 4.448 Arbeitsstätten, aber nur 15 davon haben mehr als 500 Beschäftigte; von den 47.316 Beschäftigten sind ca. 40 % Frauen. Ein Viertel der Einzelhandelsflächen stehen leer. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten erreicht Monat für Monat neue Rekordwerte, hier sind vor allem Frauen betroffen.

Von den ca. 5.000 Arbeitslosen sind zwei Fünftel Frauen. Der durchschnittliche Jahresbezug liegt in der Leopoldstadt bei ca. 90 % des Durchschnittseinkommens, wobei der Bezug der Frauen davon wiederum nur ca. 85 % ist; die durchschnittliche Pension ist um ein Drittel geringer als jene des Mannes, viele ältere Frauen beziehen ein Einkommen unter dem Ausgleichszulagensatz.

Das soziale Auffangbecken "Frau" duldet nach wie vor klaglos die Haushaltsarbeit, sie ist Kinderzieherin, trägt die Auswirkungen der Umwelt-, Luft- und Lärmverschmutzung durch vermehrte Krankheiten der Atmungsorgane bei Kindern und älteren Menschen als Kinder-, Kranken-, Alten- und auch als Männerpflegerin.

Wie dankt es der schlanke Staat? Frauen dürfen für eine niedrigere Pension noch länger arbeiten.

 

Die Grünen des Bezirks Leopoldstadt fordern:

  • Mindestens 50 Prozent Frauen in alle Bereiche der Gesellschaft.
  • Unterstützung für jene, die gezielt Frauen fördern.
  • Eine arbeitsmarktpolitische Offensive für Frauen, Schutz atypisch Beschäftigter, Existenz sichernde Einkommen.
  • Eigenständige Alterssicherung.
  • Umverteilung des Budgets von Männern zu Frauen.
  • Kinderbetreuungseinrichtungen mit bedarfsorientierten Öffnungszeiten
  • Soziale Maßnahmen.
  • Öffentlichkeit für Frauen durch Straßen- und Parknamen.





Zurück zu: Frauen(politik)
Druckversion
© Die Grünen Leopoldstadt, webdesign und Umsetzung: onscreen