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Markus Rathmayr

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Themenbereiche:
Nahversorgung, Wirtschaftspolitik

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Stadioncenter - von "modern" kann keine Rede sein

02.09.2007 | Topstory, Wirtschaft/Budget, Prater, Handelskai


Meiereistraße beim EKZ ...

... wie von uns vor 2 Jahren vorhergesagt

Ein 23m hoher sinnlos-Kühlschrank zum Anschauen ist nicht modern, sondern Energieverschwendung. Während in der Zwischenzeit die ganze Welt von Energiesparen und alternativen Energiequellen ("Energiewende") spricht, wird ein angeblich so modernes Einkaufszentrum eröffnet, das nicht nur moderne Energietechnologie vollkommen ignoriert, wie Solar Cooling oder Solarenergie, sondern statt dessen eine 23m Eiswand in einem durchsichtigen Kühlschrank präsentiert. Dass dies unter heftigem Beifall der Bezirkspolitik passiert, sagt über die handelnden Politiker mindestens genau soviel aus wie über den Betreiber.

 

Hätten sich die Betreiber bemüht einen Bio-Supermarkt zu erhalten, hätte man zumindest den Versuch einer gewissen Modernität erkennen können. Den AnrainerInnen fehlen dagegen nach wie vor wesentliche Aspekte der Nahversorgung. Das geforderte Ärztezentrum vermissen diese ebenso wie eine Post-Filiale, um nur 2 Beispiele zu nennen. Das Einkaufsvergnügen bezahlen sie mit einer massiven Zunahme des Verkehrs. Mit den AnrainerInnen alleine ist das Stadioncenter bei weitem nicht überlebensfähig. Der überwältigende Teil der BesucherInnen muss aus weiter entfernten Gebieten kommen, vor allem aus anderen Bezirken kommen, wie die Berechnungen des Betreibers selbst klar darlegen. Gemäß Zahlen aus anderen Wiener Einkaufszentren mit öffentlicher Anbindung kommen mindestens 60% aller BesucherInnen mit dem eigenen PKW.

 

Am Anfang stand die Idee eines wirklichen Nahversorgungs-Zentrums mit weniger als der Hälfte der aktuellen Verkaufsfläche, dafür aber mit anderen Dienstleistern des täglichen Lebens, wie zum Beispiel einem Ärtztezentrum. Diese Idee wurde von allen Parteien in einem Leitbild beschlossen. Zu dem Zeitpunkt gab es aber die innige Umarmung des heutigen Betreibers mit der Bezirks-SPÖ noch nicht. Mit der immer stärkeren Verbandelung der beiden wuchsen die Quadratmeter und schrumpften die Service-Leistungen für die AnrainerInnen. Es zählte nur mehr der mögliche Profit des Betreibers. Gleichzeitig wurden die drohenden Belastungen für die AnrainerInnen immer größer, bis die Wiener Umweltanwaltschaft "Halt!" schrie. Dank politischem Druck aus dem Rathaus blieb es bei der verbalen Kritik, konkrete Einsprüche folgten nicht.







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