Frauensicht zur Umwelt
Grüne Frauen kämpfen für eine Politik, die einer intakten Umwelt Wert beimisst und auch auf den Erfahrungen und Forderungen der Frauen aufbaut und deren Expertise ernst nimmt. Vorsorgender Umweltschutz kostet nämlich der Gemeinschaft wesentlich weniger als nachsorgende meist teure Umweltreparaturen.
Es gibt keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit
Wussten Sie, dass bei großen baulichen Veränderungen vorgeschrieben ist, die Auswirkungen auf die Umwelt und auf gesunde Menschen zu prüfen? Die gesundheitlichen Auswirkungen auf Kinder, Kranke, Frauen und ältere Menschen müssen jedoch nicht berücksichtigt werden - so steht es im Gesetz. Obwohl es noch wenig Wissen um die geschlechtsspezifischen Wirkungen und Risken verschiedener toxischer Substanzen gibt, stellte sich heraus, dass diese Unterschiede existieren und eine besondere Gefahr für die Gesundheit von Frauen und Kindern darstellen. Ein Gesetz, das keine Rücksicht auf die Schwächeren in der Gesellschaft nimmt, muss rasch geändert werden.
Der Alltag von Frauen schaut anders aus als der von Männern. Frauen leben im Bezirk auch untertags, weil sie Kinder betreuen. Sie brauchen eine gut strukturierte Nahversorgung, damit sie nicht das Auto benutzen müssen, wenn sie fürs Mittagessen einkaufen, und damit zusätzlich die Umwelt verschmutzen. Frauen sind viel öfters mit den Konsequenzen von schlechter und nachlässiger Umweltpolitik betroffen. Sind Kinder krank, sind es die Mütter, die großteils daheim bleiben und das Kind pflegen. Im Krankenhaus, in den Pflegeheimen arbeitet größtenteils weibliches Pflegepersonal. Deswegen haben Frauen andere Realitäten. Ihre Wahrnehmungen gehören endlich wahrgenommen.
Der 2. Bezirk steht am Ende der Skala
Zahlreiche Expertengutachten stellen dem 2. Bezirk ein schlechtes Gesundheits- und Umweltzeugnis aus, Ärzte warnen dringend: Atemwegserkrankungen bei Kindern steigen rasant an. Aber die Betonierer und Freunde der Monumentalveranstaltungen und Volksgaragen entscheiden sich für Großbauten und Eventkultur. Wo bleibt die Vernunft?
Genau deshalb gilt es Bauvorhaben im Grünraum zu vermeiden oder zu beschränken, und den Grünraum mit seinen lufthygienischen Funktionen - nämlich Bindung von Staubkernen und Schadstoffen - zu bewahren.
Und es könnte einiges rasch umgesetzt werden:
- Notwendigkeit gleichzeitigen Bauens überdenken - so wichtig ist eine Volksgarage nicht, dass Kinderspielplätze ausgerechnet dann vernichtet werden, wenn die Menschen ohnehin kaum mehr schnaufen können.
- Abrisse von Gebäuden müssen nicht in der feinstaubreichen Zeit erfolgen.
- Aufmerksame Überwachung der Baustellen und deren Umweltauflagen.
- Tempo 30 im gesamten Bezirk könnte zur Verbesserung der Luft beitragen.
- Eine Durchfahrtsmaut würde vielleicht die Pendler vergrämen, aber unseren Kindern die Gesundheit erhalten!
- Attraktiver öffentlicher Verkehr.
... um nur ein paar Punkte zu nennen.
Frauen haben andere Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse müssen in der Umweltpolitik berücksichtigt werden. Wir werden alle davon profitieren, wenn Frauen sich durchsetzen, auf ihre Lebenssituation hinweisen, sich Gehör verschaffen und gemeinsam an einer Welt arbeiten, in der nicht hingenommen wird, dass Kinder krank werden.
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