Datencenter im Flakturm - was sagt die ÖVP dazu?
01.10.2005 | Verkehr/Bezirksentwicklung, Augarten, Karmeliterviertel, Volkertviertel
Die Haltung der ÖVP zum Projekt Datencenter im Augarten-Flakturm ist völlig unklar. Während die Leopoldstädter ÖVP das Projekt begrüßt lehnen es ihre Kollegen aus der Brigittenau strikt ab - was gilt jetzt?
Eine undurchsichtige Firma namens DCV-Datencenter Vienna hat die beiden Flaktürme im Augarten gemietet. Im großen Flakturm will sie ein Daten-Hochsicherheitsdepot errichten.
Wir Grünen haben uns vergleichbare Datencenter angesehen und es ist klar: In den Kulturpark Augarten soll ein Industriebetrieb mit all den damit verbundenen Nachteilen für die NutzerInnen des Augartens kommen; u.a. eine wohnhausgroße Klimaanlage außerhalb des Flakturms, ein monatlicher Probebetrieb der riesigen Diesel-Notstromaggregate und eine Tiefgarage im oder neben dem Augarten. Zusätzlich möchte die DCV auf dem großen Flakturm ein 5-stöckiges Bürohaus errichten.
Wir sind davon überzeugt, dass der Augarten, das Naherholungsgebiet vieler LeopoldstädterInnen, durch das Projekt nicht nur während der langen Bauphase schwer in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Im Gegensatz zu SPÖ-Bezirksvorsteher Kubik, dem es offenbar egal ist, was mit dem Flakturm geschieht, sind wir strikt dagegen.
Die ÖVP hingegen spricht in dieser Frage mit gespaltener Zunge. Auf der Homepage der ÖVP Brigittenau kann man lesen „Nein zu Datenspeicher im Augarten... ‚Der Augarten darf unter keinen Umständen zu einem Spekulationsobjekt für Investoren, die seine Citynähe ausnutzen wollen, verkommen", fasst VP-Chef GR Wolfgang Aigner die Haltung der VP-Brigittenau zusammen. Aus diesem Grund lehnt die ÖVP Brigittenau auch die Nutzung eines Flakturmes für ein Datenzentrum strikt ab."
Die ÖVP Leopoldstadt sieht dies hingegen anders. Auf deren Homepage klingt es folgendermaßen: „Neue Flakturmnutzung in Sicht... ‚ Umwelt-, Freizeit- und Denkmalschutz-Anliegen zusammenzuführen und gleichzeitig saubere und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen - dem kann man nur zustimmen."
Reden die beiden Bezirksgruppen eigentlich miteinander oder möchte jede nur ihre eigene Klientel bedienen?
Um das DCV-Projekt ist es in letzter Zeit jedenfalls ziemlich ruhig gewesen - auffällig ruhig. Die Vermutung liegt nahe, dass hier nur die Wiener Wahlen abgewartet werden. Aufgebrachte BürgerInnen passen nicht gut in den Wellness-Wahlkampf der SPÖ. Danach könnten rasch die Baufahrzeuge auffahren.
Dateien:
_VP-Homepages-2-20-1005.doc
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