Vorprogrammiertes Verkehrs-Chaos bei der EURO 2008
11.06.2007 | Topstory, Verkehr/Bezirksentwicklung, Umwelt, Handelskai, Prater
Die Parkplätze beim Praterstadion werden zu viel Autoverkehr anlocken. Parkplätze am Stadtrand und ein Busshuttle-Dienst würden das Problem lösen.
Heute wurde das Verkehrskonzept der Stadt Wien für die EURO 2008 präsentiert. Die darin vorgesehenen Parkplätze beim Praterstadion werden ein Verkehrschaos erzeugen. Tausende, mit dem eigenem Auto anreisende Fans werden bei der Anreise die Wohnumgebung rund das Stadion heimsuchen.
Warum sollte es bei der Fußball-EM so viel anders als bei jedem Messeevent sein. Zuerst suchen sich die AutofahrerInnen einen Gratis-Parkplatz im Wohngebiet rund um das Stadion und erst wenn da nichts mehr geht, sprich jede Kreuzung und Hauseinfahrt verparkt ist, sind viele AutofahrerInnen bereit, für den Parkplatz in den Parkhäusern Geld zu zahlen.
Und wenn viele Fans mit dem Auto anreisen, dann werden auch die Kapazitäten in den Parkhäusern nicht ausreichen. Dann wird rund ums Stadion das reinste Chaos herrschen, schließlich haben viele ortsunkundige Fans viel Geld für ihre Karten gezahlt und nicht für’s Parkplatz-Suchen.
Parkplätze am Stadtrand
Im Verkehrskonzept der Schweiz für die EURO 2008 heißt es richtigerweise, dass dezentrale Parkplätze für private Pkws bevorzugt am Siedlungsrand errichtet werden und zu den Stadien Shuttle-Busse verkehren sollen. Genau das soll in Wien auch geschehen. Drei bis vier dezentrale Parkplätze am Stadtrand sollen die anreisenden Fans abfangen und Shuttle-Busse sollen sie dann zum Stadion bringen. Das ist kein Problem, das kann man den Fans bereits mit den Karten, die sie per Post zugeschickt bekommen mitteilen.
So lange AutofahrerInnen aber signalisiert wird, es gibt einen einzigen freien Parkplatz, ist jeder davon überzeugt, dass genau er diesen Parkplatz ergattern kann. Das betrifft nicht nur Fußball-Fans. Deshalb darf es rund um das Stadion keinen einzigen Parkplatz geben, außer für Funktionäre, Spieler und Medienleute.
Abgesehen davon konterkariert das Parkplatzangebot direkt beim Stadion die durchaus ambitionierten Versuche, möglichst viele BesucherInnen mit den öffentlichen Verkehrsmittel anreisen zu lassen.
Riesenparkplatz Hauptallee
Völlig inakzeptabel jedoch ist die Zweckentfremdung der Hauptallee zwischen Stadion und Lusthaus als Parkplatz für private Pkws. An 7 Tagen im Juni 2008 wird dadurch die Hauptallee für Erholungssuchende wieder unbenutzbar, die Grünflächen entlang der Hauptallee werden erst wieder illegal zugeparkt sein. Diesen Rückfall in vergangene Zeiten werden wir nicht akzeptieren.
Wie gesagt, die EURO 2008 ist in der Leopoldstadt willkommen, die Autos der Fans können jedoch ohne großen Aufwand am Stadtrand bleiben. Die Tschechen, Deutschen, Italiener und Kroaten werden es nicht vermissen, das Stadion im Zentrum der Stadt suchen zu müssen.
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